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Tunnelbau gestoppt - Wie geht es weiter?
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Im Spätsommer letzten Jahres waren alle Verträge für den geplanten Umzug des Vereins nach Dorstfeld in ein dort leer stehendes Gemeindehaus nahezu unterschriftsreif. Bereits mehrere Jahre hatten wir wegen der geplanten B1-Untertunnelung auf den Standortwechsel hinarbeiten müssen. Dann kam das gerichtliche Aus für die Tunnelplanungen, und die Realisierung unserer Ziele ist seitdem wieder ungewiss.

In einem Bericht auf DerWesten.de der Westfälischen Rundschau findet sich eine Chronologie der Ereignisse. Wir schreiben unsere Erfahungen im und nach dem turbulenten Herbst 2009 hier fort.

25. August 2009: In einem gemeinsamen Termin mit Vertretern des Liegenschaftsamtes und unserem Rechtsanwalt werden letzte Änderungswünsche zum Kaufvertrag für das Haus am Westfalendamm beschlossen. Hoffnungsvoll verabschieden uns die Herren: "Wenn alles planmäßig verläuft, können wir im September die Verträge unterschreiben."

26. August 2009: Das Oberverwaltungsgericht Münster hebt in einem Urteil die Gültigkeit des Planfeststellungsbeschlusses für den B1-Tunnel auf. Eine Revision ist nicht zugelassen. Der Bau des Tunnels scheint auf unbestimmte Zeit, mindestens mehrere Jahre, verschoben. Umgehend versuchen wir herauszufinden, was das für den CVJM und unsere Pläne bedeutet. In den Behörden mag sich aber niemand auf eine konkrete Aussage festlegen.

Erste Hälfte September 2009: Wir informieren die Lokalredaktionen der Dortmunder Tageszeitungen, um unser Problem öffentlich zu machen. Ein Redakteur der Westfälischen Rundschau nimmt sich des Themas an, und am 09. September erscheint sein Bericht (siehe den Link oben).

Am gleichen Tag findet ein Gespräch mit Vertretern des Jugendamtes statt. Die für diesen Tag vorgesehene Unterzeichnung einer Vereinbarung über eine zweite halbe Personalstelle für die Arbeit in Dostfeld wird auf Wunsch des Amtes so lange auf Eis gelegt, bis sich die Perspektive für uns geklärt hat. Ähnlich geht es mit den Verhandlungen über einen zukünftigen Mietvertrag bezüglich des Kindergartens in Dorstfeld, der zur Gemeindehaus-Immobilie gehört.

24. September: Ratsmitglieder der Fraktion der Grünen, durch Presseberichte aufmerksam geworden, bieten dem CVJM politische Unterstützung an. Das Gespräch verläuft sehr konstruktiv und engagiert.

Mitte Oktober: Das Liegenschaftsamt teilt uns schriftlich mit, dass die Gespräche zum Ankauf des Hauses Westfalendamm 33-35 für mehrere Jahre ausgesetzt werden müssen. Gleichzeitig erfahren wir, dass ein Ankauf rein rechtlich auch kurzfristig möglich wäre, wenn der politische Wille dazu da wäre. Vor diesem Hintergrund erweisen sich die Bemühungen der Grünen Ratsfraktion als besonders wertvoll, da hier ein Kontakt zur zuständigen Leitungsebene im Landesverkehrsministerium hergestellt werden kann. Hier zeigt man sich nach Schilderung der Lage sehr kooperativ. Es sei allerdings erforderlich, einen vorgezogenen Ankauf des Hauses mit dem Bundesverkehrsministerium abzustimmen. Ende Oktober beginnt die Zeit des Wartens auf eine Entscheidung in Berlin.

Im Oktober und November berät der Vorstand des CVJM Dortmund e.V. eingehend die Lage der Dinge. Die Fragen, ob und wie es mit den Plänen zum Aufbau einer neuen Jugendarbeit im Stadtteil Dorstfeld weitergeht und wie die Geschehnisse zu bewerten sind, beschäftigt alle Verantwortlichen sehr. Im Herbst wird auch deutlich, dass das Thema Rechtsradikalismus in Dorstfeld weit oben steht. Wir erkennen, dass damit neue Herausforderungen auf uns zukommen würden. Ebenso klar wird aber auch noch einmal, wie wichtig eine von menschenfreundlichen Werten geprägte Jugendarbeit im Stadtteil ist.

Nicht vergessen werden darf auch die Tatsache, dass die Frage des Verkaufs des Hauses am Westfalendamm nicht die letzte Hürde auf dem Weg nach Dorstfeld ist. Die unterbrochenen Gespräche zur dauerhaften Finanzierung der Arbeit und zur Kindergartenvermietung müssen erfolgreich abgeschlossen werden, bevor eine Entscheidung fallen kann.

17. Dezember 2009: Gute Nachrichten aus Berlin! Auf Sachbearbeiter-Ebene im Bundesverkehrsministerium kann man sich einen zeitnahen Kauf vorstellen. Zustimmen muss aber noch Minister Peter Ramsauer persönlich. Seine Entscheidung wird er voraussichtlich Ende Januar 2010 treffen.

Die Standortfrage ist also nach wie vor offen. Einmal mehr haben wir jedoch die Wahrheit der Jahreslosung 2009 erfahren: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 09. Januar 2010 um 20:48 Uhr